Chronik der Walterschwierer Wurzelbäre e.V.

Gründungsjahr : 1988

Eingetragener Verein seit: Mai 1988

Mitglied im ONB seit: 1994

Mitgliederzahl: 150, davon 53 Aktive

 

 

Junge Leute trafen sich im Gasthaus "Hirsch" in Waltersweier um in der Geschichte zu graben. Dabei fanden sie heraus das Waltersweier, eines der ältesten Dörfer der Ortenau (erstmals urkundlich erwähnt im Jahre 777) einen großen Reichtum an Geschichte hatte und bis heute hat. So auch der Freihof, das heutige Rathaus, in welchem sich seit dem Jahre 2001 auch der ur-gemütliche Narrenkeller der Wurzelbäre befindet. Der Freihof zu Waltersweier war das Domizil vieler Freiherren. Von einem, dem Freiherr Ludwig Wilhelm von Dürfeld weiß man am meisten und seinem Familienwappen verdanken wir es, dass es die Wurzelbäre heute gibt. Das Wappen ziert den Rathauseingang, welcher über eine große Freitreppe in den Freihof führt. Im Wappen des Freiherren befindet sich eine Bärentatze, welche in der geballten Tatze Wurzeln hält. Einer Sage nach lud der hochwohlgeborene Freiherr - Fürsten und Gleichgesinnte öfters zur Bärenjagd nach Waltaris Villare (früherer Name von Waltersweier) ein und aus dieser geschichtlichen Entwicklung entstanden somit die heutigen Walterschwierer Wurzelbäre. Der Verein bzw. die Zunft ist deshalb besonders stolz darauf, dass sich gerade in diesem historischen Gebäude das Vereinsheim " Bärenhöhle " befindet. Beim Bau bzw. Ausbau des Kellers (welcher zum größten Teil von Mitgliedern in Eigenarbeit ausgeführt wurde) fand man übrigens einen Stein mit den Initialen "LW" und der Jahreszahl 1764, welcher vermutlich vom Freiherren Ludwig Wilhelm stammen dürfte und welchem in einer Glasvitrine ein Ehrenplatz zugewiesen wurde.

Nach der Gründungsversammlung erschien am 13. Juli 1988 im "Offenburger Tageblatt" die Eintragung ins Vereinsregister unter der Nr. 529. Seit diesem denkwürdigen Datum stieg die Zahl der Mitglieder durch eine rege Beteiligung am örtlichen und regionalen Vereinsgeschehen bis heute stetig an. Die Zunft ist seit 1994 Mitglied im ONB (Ortenauer Narrenbund), für welchen 1994 auch die Jahreshauptversammlung ausgetragen wurde. Seit 1998 hat die Zunft eine Jungbärengruppe, welche den Nachwuchs des Vereines sichern soll. Bereits im Jahr 1999 konnte das 11-jährige Bestehen mit einem überwältigenden Programm aus Zunftabend, Freinacht und Jubiläumsumzug gefeiert werden, bei welchem die Wohngemeinde aufgrund des Zuschauerandranges aus allen Nähten platzte. Auch im Folgejahr 2000, als man mit den Zünften der Nachbargemeinden die 11-jährige freundschaftliche Verbindung der Gottswaldzünfte feierte, tanzte in Waltersweier sprichwörtlich "der Bär". 2009 konnten die Walterschwierer Wurzelbäre dann die bisher größte Veranstaltung zu ihrem 22-jährigen Jubiläum aufbieten. Mit dem Festakt am Freitag, dem Tanz der Bären am Samstag und ihrem großen Festumzug am Sontag.

Das Häs der Wurzelbäre besteht aus einer braunen Felljacke sowie einer braunen Fellhose, wozu die Bären eine Holzmaske aus Lindenholz mit einer aus dem Mund ragenden Wurzel und einen Wurzelstock tragen. Aus der Holzmaske des Zunftmeisters ragen zwei Wurzeln. Die Bärentreiber, welche das Ebenbild der damaligen Jäger darstellen, sind mit einer Cordhose, einer Weste und einem Umhang eines erlegten Bären bekleidet und tragen zum Schutz einen Hut, ein Fellcape und einen Wurzelstock. Sie halten die wilden Bären während der Fastnachtumzüge und ihrer sonstigen ausgiebigen Ausflüge zusammen, bzw. versuchen diese zu bändigen.

Der Narrenruf lautet :

Ratze, schmatze, Wurzelfratze, krummi Steck un Knollebeere, denn mir sin die Wurzelbäre ...

 

Seit der Fertigstellung des bereits genannten Narrenkellers, trifft sich Jung und Alt auch außerhalb der fünften Jahreszeit regelmäßig in diesem gemütlichen Domizil zum Erfahrungs- und Brauchtums austausch.

Die herausragenden Veranstaltungen sind der Zunftabend (traditionelles Narrentreffen in der Freihofhalle), am schmutzigen Donnerstag das Bohnesuppessen mit Besuch des Kindergartens und den Kindern aus dem Dorf, und Abends das Stellen des Narrenbaumes mit anschließendem Rathaussturm sowie das Narrenbaumlegen am Fasent Dienstag mit welchem die Zunft die närrische Zeit abschließt.

 

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